Globuli sind kleine Zuckerkügelchen, die mit einem natürlichen Wirkstoff pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ursprungs versehen sind. Dieses grundsätzliche Wissen besitzen auch Laien, die sich mit Naturheilkunde und speziell der Homöopathie etwas auseinandergesetzt haben. Eine Eigenheit homöopathischer Mittel wie Globuli ist die sogenannte Potenzierung, die bei vielen Laien Verständnisschwierigkeiten hervorruft.
Herstellung Globuli Potenzen
Viele Wirkstoffe, die in der Homöopathie zum Einsatz kommen, sind für uns Menschen giftig. Da sie jedoch in kleinen Dosen eine heilende Wirkung entfalten, müssen die Wirkstoffe verdünnt werden. Der Prozess der Verdünnung der Wirkstoff-Substanzen wird in der Homöopathie als Potenzierung bezeichnet. Die Potenzierung erfolgt je nach Substanz durch Verreibung oder Verschüttelung. Die verschiedenen Verschüttelungs- und Verreibungsgrade werden dementsprechend als Potenzen bezeichnet.
Unterscheidung Globuli Potenzen
In der Regel werden die Potenzen nach den lateinischen Abkürzungen D, C, M und LM unterschieden. Teilweise wird auch die Bezeichnungen CH bei C-Potenzen verwendet, was unter Laien schnell Verwirrung stiften kann. Das H ist jedoch lediglich die Abkürzung für den Begründer der Homöopathie – Hahnemann. Ebenso werden LM-Potenzen auch als Q-Potenzen bezeichnet, meinen aber dasselbe Mischungsverhältnis.
D-Potenzen
Eine D-Potenz entsteht, wenn der Wirkstoff mit 9 Tropfen Alkohol verdünnt wird. Das Ergebnis ist eine D1-Potenz. Die D1-Potenz ist die Grundlage für die Herstellung einer D2-Potenz. Hierfür wird ein Tropfen der D1-Potenz mit wiederum 9 Tropfen Alkohol verdünnt. Dementsprechend erhält man eine D3-Potenz bei der Verdünnung eines Tropfens einer D2-Potenz mit 9 Tropfen Alkohol.
D-Potenzen haben die geringste Wirkkraft und können je nach Wirkstoff bis D8 oder D12 unbedenklich von Laien selbst dosiert werden.
C-Potenzen
Die Herstellung der C-Potenzen unterscheidet sich nicht von der Herstellung von D-Potenzen, nur das hier das Mischungsverhältnis ein anderes ist. Für die Herstellung einer C1-Potenz wird der Wirkstoff mit 99 Tropfen Alkohol verdünnt. Eine C2-Potenz entsteht also durch das Verdünnen eines Tropfens einer C1-Potenz mit 99 Tropfen Alkohol.
M-Potenzen
Dasselbe Prinzip setzt sich bei den M-Potenzen fort. Für die Herstellung einer M1-Potenz wird der Wirkstoff mit 999 Tropfen Alkohol verdünnt.
LM-Potenzen oder auch Q-Potenzen
Das Mischungsverhältnis für LM-Potenzen beträgt 1 : 50.000. Für die Herstellung einer LM-Potenz wird der Wirkstoff mit 49.999 Tropfen Alkohol verdünnt.
Wirkung Globuli Potenzen
Dem fleißigen Rechner wird aufgefallen sein, dass in den niedrigeren Potenzen mehr Wirkstoffanteil enthalten ist als in den höheren Potenzen. Trotzdem gelten niedrige Globuli Potenzen als ungefährlicher und weniger heilsam. Ein Prinzip der Homöopathie besagt, dass eine Substanz umso stärker und spezifischer wirkt, je mehr sie verdünnt wurde. Die Potenzierung verstärkt also die Wirksamkeit des Wirkstoffes. Hier steht der Glaube der Homöopathie dahinter, dass Wasser ein Gedächtnis hat, das die Information des Wirkstoffs speichert.
Grundsätzlich gilt, dass niedrige Potenzen bis D12 körperlich wirken, weil hier der Wirkstoff stärker vorhanden ist. Mittlere und Hochpotenzen wirken hingegen eher auf die Psyche und heilen die Krankheit, indem sie Einfluss auf die psychische Konstitution des Patienten nehmen. Vor der Einnahme von Hochpotenzen sollten Sie unbedingt einen Homöopathen konsultieren, der Ihnen nach einer Anamnese das richtige Mittel mit der entsprechenden Dosierungsanleitung verschreibt.
Kommentare
Powered by Facebook Comments
Keine ähnlichen Beiträge gefunden.